Wuppertal bewegt sich. Das tut es zwar schon seit geraumer Zeit, allerdings in die falsche Richtung. Seit der Generalversammlung der Studierenden der Bergischen Universität Wuppertal vom 26.05.2009 soll sich das ändern, hat man doch nahezu einstimmig beschlossen, sich dem bundesweiten Bildungsstreik anzuschließen.
Etwa 300 Studierende waren im HS 14 anwesend und brachten engagiert, erbost und authentisch ihre eigenen Aspekte in die Diskussion ein. Man merkte in jedem Satz, wie sehr fast alle Betroffenen mit den unsäglichen Bedingungen an der Universität zu kämpfen haben und das Bedürfnis, ihren Ärger zu artikulieren. Am häufigsten tauchten erwartungsgemäß Beschwerden auf über die Studiengebühren („Studienbeiträge“), die unstudierbaren Bachelor/Master-Studiengänge und die damit zusammenhängende unzureichende BAföG-Förderung. Allerdings wurden auch weitaus „profanere“ Dinge angemerkt, wie bspw. die miserable technische Ausstattung der Seminarräume – wenn eine Tafel, die in einem Seminarraum fehlt (kein Scherz), überhaupt zur „technischen“ Ausstattung gezählt werden kann. Der Fachbereich A war überproportional vertreten, was allerdings ebenfalls nicht verwundert, da gerade in jenem Bereich die Studierenden unter den katastrophalen Zuständen leiden. Selbstverständlich ist bekannt, dass auch die anderen Fachbereiche enorm unter den Zuständen leiden.
Nachdem das Prozedere des Bildungsstreiks erläutert worden war, wurde abgestimmt. Die überwältigende Mehrheit der anwesenden Studierenden sprach sich für den Streik aus und es entwickelte sich eine erstaunliche, in Wuppertal selten gesehene Dynamik. Einzelne Arbeitskreise sollen je unterschiedliche Teile der Organisation übernehmen, damit der Streik ab dem 15.06. reibungslos über die Bühne gehen kann. Dabei ist es nicht nur wichtig, zu organisieren, WIE und WO gestreikt wird, sondern auch, was wir überhaupt erreichen möchten. Dazu werden Forderungen ausgearbeitet, die bei Gelegenheit den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung übergeben werden sollen.
Alle Studierenden der Bergischen Universität und natürlich auch alle Dozierenden sind herzlich eingeladen, sich an den Vorbereitungen und – insbesondere – am Streik zu beteiligen.
Alle nötigen Informationen findet mensch auf der Bildungsstreik-Website. Plan B unterstützt die Initiative selbstredend geschlossen und wertet sie als einen Schritt in die richtige Richtung. Es geht um UNSERE Bildung. Keinem schmeckt „Uni Bolognese“.


